Wir feierten am 2. Februar 2008 unser 15 jähriges Bestehen

Zum Jubiläum 42 Musiker auf einer Bühne

Sänger- und Musikantentreffen der Original Altnussberger Musikanten war ein Zuckerl für Volksmusikfreunde

Am 15. Februar im Radio

Von Thomas Gierl
Altnussberg. Kräftige Männerstimmen, sanfte Frauentöne, durchdringende Blechblasinstrumente und der feine Ton des Hackbretts: Das Sänger- und Musikantentreffen anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Original Altnussberger Musikanten am Lichtmesstag war ein Hochgenuss für jeden Volksmusikfreund.
„Volksmusik in Reinkultur“ versprach Moderator Paul Fleischmann den Gästen im vollbesetzten Saal und der Hochzeitsstube im ehemaligen Gasthaus Maurer in Altnussberg. „Noch nie waren so viele Musikanten hier gemeinsam auf der Bühne“. 42 Musiker an einem Abend sah dieser geschichtsträchtige Ort wohl wirklich das erste Mal. Und was sie boten, das erfreute selbst den Pfeffer-Sepp aus Böbrach, Aushängeschild und Urgestein der traditionellen Blasmusik im Bayerischen Wald.
„Der Sepp steht uns immer mit Rat und Tat zur Seite“, dankte Kapellmeister Richard Muhr von den Altnussberger Musikanten. Er freute sich auch über das Kommen von Pfarrer Johann Trescher, Geiersthals Bürgermeister Alfons Fleischmann, Bezirksrätin Rita Röhrl (Teisnach), Bürgermeister Georg Bruckner (Viechtach), Bürgermeister Hermann Brandl (Arnbruck) und des Volksmusikbeauftragten Hans Pongratz.
Muhr dankte allen Weggefährten, insbesondere dem verstorbenen Kapellmeister und Förderer Helmut Niedermeier: „Er hat uns das Musispielen gelernt“. Aber auch die Familie Maurer, in deren Räumlichkeiten geprobt wird, führte der Musiker-Chef an. „Und die Dorfbewohner will ich nicht vergessen. Beim Neujahranblasen trinken wir immer gerne einen Schnaps“, sagte er lachend an die Adresse der Altnussberger.
Einen gehörigen Anteil an den kurzweiligen Stunden bayerischer Gemütlichkeit hatte Ansager Paul Fleischmann, der mit Witz und trefflichen Hintergrundinformationen durch das Programm führte. 35 Musikstücke gaben die sieben Gruppen, umringt von Mikrophonen des Bayerischen Rundfunks, zum Besten. In der Sendung „Bayern 1 Volksmusik“ am Freitag, 15. Februar, zwischen 19.05 und 19.55 Uhr, sind Ausschnitte des Programms zu hören. Redaktionschef Stefan Semoff, selber erstklassiger Volksmusikant, und Tontechniker Gerhard Gruber investierten mehr als 20 Stunden Arbeit in die Radiosendung.
Den Auftakt machten die Altnussberger Musikanten mit der Polka „Im Rotbachtal“. Die Gastgeber wurden 1993 gegründet. Kapellmeister Muhr und seine 15-köpfige Besetzung spielten unter anderem den „Altnussberger Marsch“, eigens für die Kapelle arrangiert. Seit fast zehn Jahren singen die Cousinen Marion und Monika aus Viechtach, begleitet von Roswitha an der Zither. Die Gewinner des Zwieseler Jugendfink 2006 sangen altbayerische Kinderlieder sowie traditionell waldlerische und launige Lieder. Mit dabei war auch die Rehberg-Blosn aus dem Zellertal. Harald Bielmeier, Florian Schrötter, Matthias Kopp und Robert Santl präsentierten frische und mitreißende Tanzlmusik mit viel Spielwitz.
Der Arnbrucker Viergsang, ein gestandener Männerchor, gab traditionell waldlerisches und altbayerisch-böhmisches Liedgut zum Besten. Die Besetzung: Franz Nürnberger, Günther Graßl, Herbert Gröller, Norbert Vogl und Reinhard Freimuth an der Zither. Die Waldler-Stubnmusi ist Träger des Kulturpreises der Hanns-Seidel-Stiftung. In Altnussberg trugen Ellen Gossler, Claudia Heigl, Anita Sperl und Angelika Wittenzellner ihre eigenen Stücke vor.
Als Quintett der ganz besonderen Art präsentierte sich die Deggendorfer Brotzeitmusi. Helmut Kurz, Sandra Lorenz, Klaus Häusler und Thomas Krückl bestachen mit Liedern aus Altbayern, Österreich und Böhmen. Hervorgegangen aus der Bodenmaiser Knappschaftskapelle, deren Ursprünge bis in das Jahr 1760 zurückverfolgt werden können, sind die Bodenmaiser Hofmarkmusikanten. Sieben Männer in Bergmannsuniform zeigten ein gekonntes Spiel und angenehme Harmonie in ihren klassischen Stücken. Es spielten: Franz-Josef Weikl, Alexander Lochstampfer, Richard Freilinger, Josef Brem, Hans Andres,  Gernot Andres und Hans Kuchl.